Ausstellung »Ärzte ohne Grenzen«

Um einmal einen Blick hinter die Kulissen einer international tätigen humanitären Organisation machen zu können, brach die 4SPA mit ihren Praxislehrern Mag. Norbert Müller und Mag. Wolfgang Gruber am 11. Oktober 2019 auf nach Wien. Am Karlsplatz schlugen dort für kurze Zeit die »Ärzte ohne Grenzen/Médecins sans Frontières (MSF)« (gegründet 1971 in Paris) – im wahrsten Sinne des Wortes – ihre Zelte auf, um beispielsweise zu zeigen, wie Operationen in Krisengebieten ganz praktisch durchgeführt werden, wie Impfkampagnen laufen, wie Cholera bekämpft wird oder wie die Wasserversorgung funktioniert – und mit welchen Problemen sie dabei jeweils konfrontiert sind. Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und durch die Expo geführt. Was das Ganze besonders authentisch machte: sämtliche Guides sind aktive Mitarbeiter/innen, sie waren demnach schon vor Ort auf Einsatz, zB in der Demokratischen Republik Kongo, im Südsudan, in Bangladesch oder in Haiti – und wissen, wovon sie sprechen!

Die Schüler/innen zeigten sich begeistert von Konzeption, Aufbau und Inhalt der Schau, wie nachfolgend einige O-Töne aus der Reflexionsarbeit dokumentieren:

  • »Diese Führung war sehr informativ, und ich hab‘ vieles dazugelernt. Egal, ob über die verschiedenen Krankheiten (zB Cholera, Ebola, Malaria) und wie man sie behandelt, über das Leben generell in den Dörfern, was ›Ärzte ohne Grenzen‹ in den Dörfern macht und wie man als Außenstehender helfen kann. … SUPER COOL!« Marlene Kaiser
  • »Für mich war es sehr interessant, einmal zu sehen, wie so ein Einsatz wirklich abläuft, an was gedacht werden muss und wie so Zeltlager logistisch und systematisch aufgebaut werden (zB Cholera-Zelt mit Sicherheitsbestimmungen).« Benedikt Schwarzinger
  • »Ich fand die Ausstellung sehr interessant und v. a., dass die Guides selbst in Krisengebieten im Einsatz waren, fand ich toll. … Ich finde, die Ausstellung hat richtig Lust gemacht, selbst bei einem Projekt mitzuhelfen. Falls ich etwas Medizinisches studieren sollte, werde ich ›Ärzte ohne Grenzen‹ auf jeden Fall in Erwägung ziehen.« Sophie Jetzinger
  • »Besonders interessant fand ich Andreas Erzählungen über ihre Auslandseinsätze. Die Fotos im OP-Zelt waren auch sehr spannend zu sehen. Sehr schockierend war es, als sie erzählte, dass zwei ihrer Kollegen bei einem Einsatz ums Leben gekommen sind.« Anna Lena Pell
  • »Die Ausstellung war sehr bewegend für mich, da ich viele neue Informationen erfuhr. Es war erschreckend zu sehen, wie gut es uns geht – und im Kontrast dazu Leute in anderen Ländern Kleinigkeiten, die für uns selbstverständlich sind, sehr wertschätzen. … viele neue Informationen über Krankheiten wie Ebola, Schlafkrankheit uvm.« Selina Laister
  • »Ich fand beeindruckend, dass es auch für die Mitarbeiter/innen ganz normal ist, die Latrinen zu verwenden, und sie sich trotzdem dort engagieren.« Claudia Hinterleitner
  • »Spannend waren die Wohnsituation von Flüchtlingen und die Operationen in Zelten sowie die Bilder der Kinder mit traumatischen Erlebnissen. Auch mit welch primitiven Geräten gearbeitet wird, war erstaunlich.« Dominik Marold

Die hehre Kernaufgabe von »Ärzte ohne Grenzen« – sie sind zu hundert Prozent unabhängig – lautet: Nothilfe leisten, unabhängig von Herkunft, Gesinnung oder Religion der Betroffenen, professionell und immer dort, wo unsere Hilfe am dringendsten benötigt wird.
Dazu haben wir am Ende der gut eineinhalb Stunden dauernden Führung – Herzlichen Dank dafür! – als Gruppe auch finanziell ein kleines Scherflein beigetragen. Mögen die Berufsgesinnung und das Berufsethos von MSF uns als (angehenden) Sozialpädagog/innen eine stetige Inspirationsquelle sein.

Mag. Wolfgang Gruber

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