Barrierefreiheit in St. Pölten

Status quo

Im Rahmen des Inklusiven Pädagogik-Unterrichtes setzten wir (2SPK) uns einen Vormittag mit dem Thema Behinderung und Barrierefreiheit auseinander. Treffpunkt war das Bildungshaus St. Hippolyt, welches im Bereich Barrierefreiheit eine Vorreiterrolle spielt. Direktor Erich Wagner-Walser empfing uns am Morgen im Clubraum und informierte uns über den Umbau des Gebäudes sowie über die Herausforderungen und Probleme, die mit einem barrierefreien Umbau einhergehen. Anwesend war auch Frau Maier, die seit über 20 Jahren aufgrund eines Verkehrsunfalls auf den Rollstuhl angewiesen ist.

Ihren Beruf als Pflegedienstleiterin übte sie auch nach dem Unfall weiterhin aus, da ihr Arbeitgeber mit der neuen Situation gut umgehen konnte. Heute informiert sie interessierte Menschen über ihre Situation und auch darüber, wie sie ihr Leben bestreitet. Immer an ihrer Seite ist ihr Assistenzhund Atar, der neben dem Befehl, Sachen aufzuheben, die hinuntergefallen sind, noch viele andere beherrscht. Mit einem Spaziergang durch die Innenstadt rundeten wir unsere Erfahrungen ab. Schnell merkten wir, dass viele Wege für Rollstuhlfahrer/innen nicht barrierefrei sind. Vor allem Kopfsteinpflaster ist für Frau Maier besonders unangenehm, wenn nicht sogar gefährlich. Hier muss sie ihr eigenes Körpergewicht nach hinten verlagern, um mit den Vorderrädern über die Steine zu kommen. Auch die öffentlichen Toiletten sind für viele schwer zu erreichen oder zu klein.

Der Vormittag mit Frau Maier war für uns sehr bereichernd, da uns nicht bewusst war, dass das Leben für Menschen mit Behinderung in vielen Städten noch immer nicht barrierefrei ist.

Mag.a Monika Zöttl

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