Synagogenbesuch in Wien

Tallit, Kippa, Tora und viele weitere Begriffe waren der Religionsgruppe der 2SPA im Laufe des Unterrichts zum Judentum untergekommen. Um aus erster Hand zu klären, welche Bedeutung diese für Menschen jüdischen Glaubens haben, machten wir uns am 28. Mai 2019 mit Herrn Professor Löcker auf den Weg in die Hauptsynagoge Wiens, den sogenannten Stadttempel.
Dieses jüdische Gebetshaus ist die einzige Gebetsstätte, welche das Novemberpogrom 1938 beinahe schadlos überstand. Da das Gebäude im 19. Jahrhundert aus Rücksicht auf die Wiener Kultur den umliegenden Gebäuden angepasst in dichtverbautem Gebiet errichtet werden musste, konnte es nicht ohne Gefahr für andere Häuser abgebrannt werden. Weiters wollten die Nazis die hier gesammelten Daten über die Juden Wiens für ihre Zwecke nutzen.
Bevor wir unsere Führung starten konnten, mussten wir uns einer Sicherheits-/Waffenkontrolle unterziehen. Außerdem erhielten wir Auskunft über Verhaltensregeln, die Burschen mussten z. B. eine Kopfbedeckung (Kippa) aufsetzen.
In der kleinen Synagoge (auch Wintersynagoge genannt, weil leichter zu heizen als die große) klärten wir zunächst Grundbegriffe jüdischen Glaubens bzw. welche Gegenstände in jeder Synagoge vorhanden sein müssen: Tora(rolle), ewiges Licht, Bima (Lesepult). Im Gegensatz dazu kam uns die Hauptsynagoge sehr groß vor: die Bima ganz vorne, auch der Toraschrein doppelt so groß und prunkvoller, die Decke der Synagoge mit Sternen geschmückt. Unsere Führerin zeigte uns vieles, was im Gottesdienst und bei den Gebeten gebraucht und verwendet wird und erzählte uns von Festen und Feiern.
Viele Sitzplätze sind personalisiert und besitzen ein eigenes Fach, welches Tallit, Gebetsbuch und mindestens ein Zuckerl beinhaltet.
An den Wänden der Synagoge befinden sich goldene Schilder mit den Namen wichtiger Besucher. Für Verstorbene werden Lichter entzündet, die – ähnlich wie in christlichen Kirchen – im Eingangsbereich leuchten.
Zum Abschluss sahen wir im Vorraum zur Synagoge ein Denkmal, Marmortafeln, in die die Namen der ermordeten Juden der Schoa/des Holocaust eingraviert sind, was sehr betroffen macht.
Insgesamt war diese Exkursion sehr informativ und gelungen.

Lena, Kathi K., Vici, Kiara, Kilian, Stefanie, Jenny, Selena | 2SPA

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